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Pilgern nach Rom   auf der Via Romea

In meinem Blog  berichte ich über  Jonathans und meine Pilgerreise nach Rom.

Weitere Informationen zum Blog gibt es auf der   ALTEN STARTSEITE
 

Nach über 2.100 Kilometern durch Deutschland, Österreich und Italien haben wir am 31. August 2016  unser Ziel, den Petersplatz in Rom, erreicht.

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Den Verlauf unserer Pilgerreise findet ihr auf der  interaktiven Karte

Bevor wir uns auf den Weg gemacht haben, wusste ich nie eine so ganz passende Antwort auf die Frage, warum wir zu Fuß nach Rom gehen. Für mich schien es einfach das zu sein, was ich zu diesem Zeitpunkt brauchte. Ein wenig Abstand von allem Gewohnten, dem Alltag, von Terminen, von dem was mich auch mal nervte oder worüber ich mich ärgerte. Als wir dann schon eine Weile unterwegs waren, kam mir immer wieder diese Frage nach dem 'Warum' in den Kopf. Und jedes Mal dachte ich, weil es genau das Richtige ist! Dieses Glücksgefühl, was ich so oft spürte, bestätigte mich immer wieder. Dieser Weg ist etwas ganz besonderes. Er zeigt einem, wie schön das Leben ist und wie wenig man braucht, um wirklich glücklich und zufrieden zu sein. Wir haben angefangen, die kleinen Dinge wieder mehr zu schätzen. Sei es ein richtiges Handtuch nach einer erfrischenden Dusche, jeder einzelne schöne Moment in der Natur oder einen Kaffee nach der Ankunft einer langen Wanderung angeboten zu bekommen. Dieser Weg bietet viel Zeit zum Nachdenken, ohne jeglichen Stress, ohne Zeitdruck. Das ist viel Wert! So erhielt ich die Chance, viele Dinge neu zu betrachten und vielleicht aus einem anderen, besseren Licht zu sehen. Oft habe ich an zu Hause gedacht, an meine Familie und meine Freunde und wie unfassbar dankbar ich für all diese Menschen bin, einfach für alles, was mich auf meiner Rückkehr erwartet!


Alles, was wir auf unserer Reise erlebt haben, führte zum nächsten und es kam immer etwas gutes dabei raus. Das, was wir uns wünschten, wurde erfüllt. Ich war selber ungläubig, wie sich so oft alles fügte. Dadurch verspürte ich ein ganz besonderes Gefühl. Etwas, das man schwer in Worte fassen kann. Dieses Gefühl war ein Teil der Spiritualität, die ich mir gewünscht habe. So habe ich immer wieder gemerkt, dass uns etwas Großes, Wunderbares umgibt.


Und nun sitzen wir im Zug, kommen auf unserer Rückreise noch einmal durch ein paar Städte wie Orvieto, Arezzo, Ferrara, Innsbruck, München und Würzburg, die wir auf unserem Weg durchquert haben. Wir schauen aus dem Fenster und lassen die Landschaft noch einmal, nun aus einem anderen Blickwinkel, auf uns wirken. Noch immer scheint alles etwas unwirklich. Wir sind in Rom angekommen, körperlich auf jeden Fall, doch es wird dauern, bis dies auch der Verstand und das Herz mitbekommen haben. Es war eine sehr emotionale Reise, die Zeit braucht, um wirklich verstanden zu werden. Ich habe die Erkenntnis erlangt, den Weg mehr zu genießen, denn man weiß nie, ob die Ankunft so sein wird, wie man sie sich ausgemalt hat.


Was ich zudem verstanden habe, ist die Tatsache, dass es manche Dinge gibt, an denen man nichts ändern kann und es sich nicht lohnt, sich darüber aufzuregen. Zudem ergeben sich häufig aus vermeintlichen Unglücksfällen noch sehr schöne Begebenheiten.

Wir trafen wunderbare Menschen, die so herzlich und hilfsbereit waren, die uns durch ihre Gesten und Worte immer wieder sehr viel Kraft mitgegeben haben! Bei all diesen Menschen möchten wir uns bedanken! Dass sie Teil unseres Weges waren und dazu beigetragen haben, dass wir unser Ziel erreichen. Als erstes danken wir Adelheid, Jonathans Tante, die uns ganz am Anfang in einer kritischen Phase sehr geholfen hat, desweiteren meinem Cousin Markus, seiner Frau Danni, Jojo und Caro für eine hervorragende Unterkunft und eine dringend benötigte Waschmaschine. Wir danken all den Menschen, wie Britta und Lisa, Luisa aus der Locanda Italia, Irene vom B&B al gatto nero, der Monga-Familie und noch vielen mehr, die wir kennenlernen durften und uns unseren Weg ein Stück schöner gemacht haben. Der größte Dank geht an meinen Papa, ohne den dieser Blog nicht möglich gewesen wäre! Ich konnte ihm einfach nur die Bilder und Texte schicken und er hat alles online gestellt, was eine riesen Erleichterung für mich war! Danke, danke, danke! Außerdem hat es mich gefreut zu wissen, dass ihr alle so unseren Weg mitverfolgen konntet. Hierfür möchte ich auch euch danken, dass ihr meinen Blog gelesen, mitgefiebert und uns immer wieder motivierende Worte geschickt habt.

Laura im September 2016
 

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